Markus Hahn
Freizeit / Reiseberichte


Moçambique 12 / 2002

Reise vom 29.11.2002 bis 14.12.2002

Schon seit über einem Jahr stand fest, dass ich zur totalen Sonnenfinsternis am 04.12.2002 wieder nach Moçambique zu Medardus fliegen würde, um dieses seltene Ereignis selbst zu erleben. Bereits im Frühsommer habe ich den Flug bei der Lufthansa in Hamburg - Danke Thomas! - reservieren können und Anfang November die Tickets für 1.159,30 Euro für den Flug von Kiel nach Beira und Beira nach Hamburg gekauft.

Freitag, 29.11.2002

Den Vormittag über habe ich zu Hause gearbeitet und das Analysedokument für das Projekt Konzernarbeitskorb fertig gestellt. Nachdem ich die Arbeitsergebnisse per e-Mail zur Firma geschickt hatte, habe ich nach dem Essen die restlichen Sachen gepackt, geduscht und gegen 15:00 Uhr sind wir alle zusammen nach Kiel. Dort musste ich erst noch zum Media Markt, um eine Ausfuhrbestätigung für den neu gekauften Laptop samt Zubehör abstempeln zu lassen. Nach einigem Hin- und Her (das Zollformular war den Mitarbeitern völlig unbekannt) bekam ich den Stempel und wir sind zum Flughafen Kiel Holtenau gefahren. Nachdem wir uns verabschiedet hatten ging es dann um 17:00 Uhr mit dem Flug LH 1555 von Kiel nach München. Als das Flugzeug um 18:50 Uhr bei strömendem Regen pünktlich gelandet war, habe ich sofort das Zollamt aufgesucht, den Rechner samt Zubehör auf den Schreibtisch gepackt und das Zollformular mit den Rechnungen abstempeln lassen. Um 20:50 Uhr ging es dann mit dem vollbesetzten Flug LH 574 von München nach Johannesburg. Der Flug war, wie nicht anders erwartet, lang und anstrengend und auf den engen Sitzen kann man kaum schlafen.

Samstag, 30.11.1002

Das Flugzeug ist pünktlich um 8:15 Uhr bei schönem Wetter in Johannesburg gelandet. Ich bin zügig aus dem Flugzeug gekommen und immer den Schildern "International Transfer" gefolgt. Als ich wieder beim gleichen Schalter wie bei der letzten Reise war, kannte ich mich schon aus. Das Einchecken für den Weiterflug ging reibungslos und ich hatte noch eine Weile Zeit um durch das Flughafengebäude zu wandern. Um 10:30 Uhr startete dann der Flug TM 2312 von Johannesburg nach Beira und wie im Schlafender Mann letzten Jahr gab es wieder Sandwiches, Refrescos und eine kleine Tüte Brezel. Gegen 12.55 Uhr bin ich in Beira gelandet und schon auf dem Rollfeld empfing mich die wohlige Wärme, die für die nächsten zwei Wochen anhalten würde. Die Einreise ging problemlos: Einreisedokument ausfüllen, 20 USD Visumgebühr zahlen und schon durfte ich meine beiden Taschen im Nebenraum abholen. Da kamen auch schon Halima und Medardus und wir konnten uns erst einmal begrüßen. Am Ausgang sollte ich meine beiden Reisetaschen öffnen und der Zollbeamte schaute sich an, was ich so dabei hatte. Die 10 Packungen mit CD ROM Rohlingen interessierten ihn besonders und er wollte unbedingt die Rechnung sehen, um einen entsprechenden Zoll festsetzen zu können. Nachdem ich behauptet habe, alle CDs hätten nur 20,00 Euro gekostet, Medardus erzählt hat, dass ich ein Mitarbeiter der Universidade Católica da Beira sei und Halima behauptet hatte, die CDs seien ein Hochzeitsgeschenk, ließ der Beamte mich die Sachen wieder einpacken. Den neuen Laptop, den ich im Rucksack bei mir trug, bekam er nicht zu sehen. Medardus bedankte sich bei Kleiner Junge dem Beamten mit ein wenig Trinkgeld, wir gingen zügig zum Auto und fuhren nach Hause. Ich begrüßte die Angestellten, packte meine beiden großen Taschen aus und nach dem Essen (Muscheln und Brot als Vorspeise, gebratener Fisch mit Gemüse und Batatas fritas als Hauptspeise und Litschies, aus deren Kern man einen Kreisel bauen kann, als Nachspeise) und einem wohlverdienten Mittagsschläfchen waren wir am 'E porchè naô' und haben dort Frisbee gespielt und im warmen Wasser gebadet. Zwischenzeitlich hat es angefangen zu regnen (ein typisch norddeutscher Sprühregen - allerdings warm) und so haben wir uns in die strohbedeckte Hütte gesetzt und dort ein Bier getrunken und Erdnüsse gefuttert. Nachdem wir wieder zu Hause waren haben wir uns zurecht gemacht und sind zu Nicolas, der uns und eine Menge anderer Freunde, zum Abendessen eingeladen hat. Nicolas gab uns eine Menge Informationen über die einzelnen Orte auf unserer Route zum Kernschatten der Sonnenfinsternis und erzählte uns auch von dem Ort Chisavane, der auf keiner Karte eingezeichnet ist (den Ort habe ich auf der Karte über den Kernschatten eigenhändig eingezeichnet).

Sonntag, 01.12.2002

Heute morgen bin ich um halb acht aufgestanden, um nach dem Frühstück noch den 8:00 Uhr Gottesdienst zu besuchen. Nach der 1 1/2 stündigen Messe - trotz erstem Advent ohne Adventskranz und Kerzen - bin ich wieder zurück zum Haus und wir haben alle Sachen im Auto verstaut. Um 11:30 Uhr sind wir dann losgefahren. Weil Lehmhütte Medardus noch ein paar SMS versenden und Telefonate führen wollte, bin ich das erste Stück aus der Stadt heraus bis zu einer Tankstelle gefahren. Dort haben wir sowohl das Auto, als auch einen Reservekanister vollgetankt und sind weiter. Nach der Überquerung des Rio Pungoe trafen wir zwischen Nhamatanda und Inchope Fritz und Karin mit zwei Begleitern, die sich im Gorongosa Park unter anderem Löwen angeschaut haben. Nach einer kurzen Pause sind wir weiter nach Inchope und dort an der großen Kreuzung auf die EN 1 nach Süden abgebogen. Dann ging es weiter über den Rio Buzi und den Rio Save, der über eine große Hängebrücke überquert wird. Die Strasse zwischen Inchope und Rio Save hat zwischendurch immer wieder schwere Schlaglöcher (Buracos), die nicht immer leicht umfahren werden können. Am Rio Save haben Tankstelle wir getankt und dort wurde der Diesel mit der Hand ins Auto gepumpt. Bei der Hitze waren wir froh, dass es keine SB Tankstelle war. Wir sind dann weiter nach Macovane und dort auf eine kleine Strasse abgebogen, die nach Inhassoro führt. Der kleine Ort liegt direkt am Meer und wir haben dort nach dem Fischer Leonel Leite Lopes gesucht, dem Mann, dem Medardus sein Haus in Beira abgekauft hat. Bei ihm fragten wir nach einer Möglichkeit, auf die Insel Santa Carolina zu kommen und er versprach uns, sich darum zu kümmern. Wir sollten uns in drei Stunden noch einmal melden. Also haben wir das Hotel Seta aufgesucht und uns dort eine Hütte zum Übernachten geholt und das Abendessen bestellt. Bis das Essen zubereitet war, haben wir uns in der Hütte eingerichtet und sind kurz im Dunkeln im Meer schwimmen gewesen. Das Wasser war warm und klar und beim Schwimmen leuchteten die Arme und die Mann mit Hut Beine durch Leuchtplankton (Noctigula). Auch beim Tauchen mit offenen Augen konnte man ein Feuerwerk von kleinen grünlichen Funken sehen. Als wir zum Essen kamen, stand schon alles auf dem Tisch und wir konnten direkt anfangen. Wir haben eine Portion Fisch und eine und Portion Tintenfisch bestellt. Dazu gab es Salat und Batatas fritas. Nach dem Essen sind wir noch einmal zu Leonel Leite Lopes gefahren, der meinte, dass es sehr schwierig sei kurzfristig ein zweimotoriges Boot für die Insel zu besorgen. Wir sollten uns auf keinem Fall von einem Schiffer hinsegeln lassen. Das sei zu unbestimmt und wegen möglicher Strömungen auch zu gefährlich. Nach dem Gespräch sind wir zu einer Kneipe gefahren, um dort ein Bier zu trinken und dann zurück zum Hotel. Als wir uns vor dem Zubettgehen im Dunkeln am Strand den Sternenhimmel ansahen, kam ein Jeep vorbeigefahren, hielt an und fragte, ob wir am nächsten Tag auf die Ilha Santa Carolina fahren wollten. Es stellte sich ein Senhor Ricardo Teixeira Duarte mit seinem Sohn vor und wir verabredeten uns für den nächsten Morgen um 6:00 Uhr.

Montag, 02.12.2002

Heute sind wir um 5:30 Uhr aufgestanden, haben unsere Sachen vorbereitet und im Restaurant ein Frühstück unter einem Baum voller Webervögel bestellt. Beim Warten auf das Frühstück haben wir Bekanntschaft mit zwei Damen mittleren Alters aus Portugal gemacht, die ebenfalls auf die Insel Santa Carolina wollten. Dann kam schon Senhor Ricardo Teixeira Duarte mit seinem Jeep um uns abzuholen. Eine der beiden Portugiesinnen war Duartes Schwester, die hier zu Besuch weilte. Nach einem hastigen Frühstück sind wir dann mit dem Jeep an den Strand und immer am Wasser entlang zu einer Düne, auf der ein Haus stand, gefahren. Dort wurde von Duartes Sohn ein Trailer mit einem 2 motorigen Schlauchboot zurechtgemacht und an den Jeep angehängt. Santa Carolina Senhor Leonel war auch zugegen. Nach einer Weile bestiegen wir die Ladefläche des Jeeps und fuhren mit dem Boot am Strand entlang in Richtung Insel. Es war Ebbe und der Strand zu diesem Zeitpunkt bis zu 200 Meter breit. Einmal mussten wir stark bremsen, weil das Ankerseil eines alten Kahns im Weg hing. Als wir der Insel nahe gekommen waren, versuchten wir mit dem Boot über eine Schlickfläche ans Wasser zu kommen. Mehrfach bleiben wir - trotz Allradantrieb - im Schlick stecken, mussten das Boot abhängen, den Wagen freischieben um dann das Boot mit einer Winde wieder zum Auto zu ziehen. Nach einigem Hin- und Her und der Hilfe einiger Schwarzen kamen wir an das Wasser und bestiegen das Boot. Der junge Mann fuhr mit dem Auto und dem Trailer wieder zurück und wir rasten mit 2 mal 50 PS Motoren über das kristallklare, türkise Wasser in Richtung Santa Carolina. Mit an Bord war Senhor Ricardo, seine Schwester Teresa Teixeira Duarte mit Freundin und Leonel Leite Lopes. Nach kurzer Zeit landeten wir in einer ruhigen Bucht mit flachem Wasser, in dem überall schwarze Seegurken lagen. Wir sind dann mit den beiden Frauen an Land gegangen und haben die Insel besichtigt. Obwohl es noch nicht 9:00 Uhr war, brannte die Sonne bereits unbarmherzig heiß vom Himmel. Als wir die verlassene Hotelanlage besichtigen wollten kam ein Wächter des Bazaruto Nationalparks und verlangte Eintritt zum Betreten der Insel. Der Preis war pro Person 10 USD (ca. 240.000 Meticais) für Ausländer und 25.000 Meticais für Mosambikaner. Medardus konnte den Wächter nach einigem Hin und Her davon überzeugen, dass der Preis für Mosambikaner ausreichte. Nachdem wir die Insel einmal überquert haben, sind wir an einem Sandstrand zwischen Felsen schwimmen und schnorcheln gegangen. Nur wenige Meter vom Ufer entfernt konnte man eine Vielzahl unterschiedlicher Fische sehen. An einem großen Felsblock befand sich ein riesiger Schwarm handflächengroßer Fische zu dem man hinuntertauchen konnte und sich dann mittendrin befand. Schade dass man zum Atmen immer wieder an die Wasseroberfläche schwimmen musste. Nach dem Baden sind wir wieder zurück zum Boot und wollten die Insel umrunden. Einer der beiden Motoren wollte nicht anspringen. Nachdem wir nach einiger Zeit dann Vollgas durch das Wasser Delphin rasten, tauchte vor uns ein Rudel von Delphinen auf. Wir begleiteten sie ein wenig. Dann fuhren wir an eine Stelle, wo man gut schnorcheln konnte. Dort sind wir dann alle ins Wasser und haben uns eine Weile Fische und Korallen angesehen. Taucherbrillen und Flossen waren in ausreichender Anzahl an Bord. In der Zwischenzeit versuchte Senhor Ricardo immer wieder den Motor zum Laufen zu bekommen. Nach einer Weile sind wir wieder ins Boot und weiter zu dem Strand gefahren, an dem wir bereits vorher schwimmen waren. Während Senhor Leonel und Senhor Ricardo versuchten den Motor zum Laufen zu bekommen schnorchelten wir. Zwischenzeitlich hat sich eine starke Strömung entwickelt und so sind wir am Strand entgegen die Strömung gegangen und haben uns dann schnorchelnd wieder zurücktreiben lassen. Gegen Mittag sind wir dann wieder mit dem Boot zurück nach Inhassoro gefahren. Da der eine Motor immer noch nicht anspringen wollte, dauerte die Fahrt zurück recht lange - und das in der brennenden Mittagssonne. Am Strand angekommen wurde das Boot auf den Trailer gezogen und wieder zum Haus gefahren. Dort hat sich Medardus noch kurz zwei Kinder von einem Angestellten angesehen, die seit einigen Tagen nichts mehr zu sich nehmen wollten, weil sie Soor hatten. Nach einem kurzen Gespräch wurden wir dann zurück zum Hotel gefahren. Dort haben wir unser Zimmer geräumt, das Auto gepackt und sind wieder in Richtung EN 1 und dort über Jofane, Maimelane, Pambarra, Mapinhane, Cheline, Mavanza, Nhachengue, Unguana, Massinga und Malova nach Morrungulu gefahren. Die dort vorhandene Lodge wird von den Nelson's geführt, die im Frühjahr die Anlage in Savane aufgegeben haben. Dort haben wir bereits im Dunkeln das Zelt aufgebaut und sind zu einem Restaurant auf den Hügeln gefahren, um mit Blick auf den Indischen Ozean zu Abend zu Essen. Es gab eine Portion Schwertfisch und einen riesigen Hummer mit Batatas fritas sowie Tomatensalat. Nach dem Essen sind wir noch einmal kurz an den Strand und dann ins Zelt.

Dienstag, 03.12.2002

Nach einem Frühstück mit trockenen Keksen und fadem, entkeimten Wasser mit leichtem Chlorgeschmack, haben wir das Zelt zusammengebaut und alles ins Auto gepackt. Dann sind wir eine Weile an den Strand gegangen um dort zu schwimmen und auf der riesigen Sandfläche ein paar Dämme und Deiche zu bauen. Zwischenzeitlich kam ein einsamer Fischer der 10 kleine Fische säuberte und mit schmalen Blättern zwischen einem halbierten Stock befestigte. Das kleine Kunstwerk konnte dann so auf den Morrungulu Grill gelegt werden. Gegen 11:00 Uhr sind wir mit dem Auto wieder zur EN 1 und weiter in Richtung Süden durch Morrumbene nach Maxixe, wo wir eine Cola trinken wollten. In dem Restaurant trafen wir auf Senhor Ricardo, der mit seinem Sohn, seiner Schwester und dessen Freundin auf dem Weg nach Chidenguele waren, um sich dort die Sonnenfinsternis anzuschauen. Nachdem wir uns eine Weile unterhalten haben, sind wir wieder zum Auto, haben für 100.000 Meticais eine ganze Plastiktüte mit Cashew Kernen gekauft und sind durch Lindela, Inharrime, Guillundo, Quissico, Chissibuca, Chidenguele bis zum Abzweig nach Chisavane gefahren. Von dort ging es dann über eine Offroad Strecke und eine Dünenkette zum Strand von Chisavane, wo eine südafrikanische Familie eine Lodge führte. Wir bauten in den Dünen unter einer Kasuarie das Zelt auf und verbrachten den Abend im Restaurant, wo jeder von uns ein Fischgericht gegessen hat. Abends zogen dann einige Wolken auf und wir schauten uns interessiert den Wetterbericht an. Werden wir die totale Sonnenfinsternis sehen können?

Mittwoch, 04.12.2002

Am nächsten Morgen wurden wir schon früh wach und schauten gespannt auf die Wolkendecke, die über uns hinweg zog. Nachdem wir uns gewaschen und Eclipse 04.Dezember 2002 zurechtgemacht haben sind wir in das Restaurant gegangen, um dort eine Tasse Kaffee zu trinken. Zum Frühstück gab es wieder trockene Kekse, Müsliriegel und Studentenfutter. Dann haben wir die Fotokiste aus dem Auto geschleppt und sind in der Nähe des Zeltes auf die Düne geklettert um dort eine Beobachtungsplattform einzurichten. Nachdem die Kiste und zwei kleine Hocker aufgestellt waren haben wir das Stativ aufgebaut und meinen Fotoapparat darauf positioniert. Speziell für die Sonnenfinsternis habe ich mir einen Telekonverter gekauft und hatte damit eine Brennweite von 400 mm zur Markus beobachtet die Sonnenfinsternis Verfügung. Schnell noch den selbstgebauten Sonnenschutzfilter aufgesetzt und schon war alles für das große Ereignis vorbereitet. Gegen 7:20 Uhr, vor dem ersten Kontakt des Mondes mit der Sonne, riss die Wolkendecke auf und die Sonne strahlte am blauen Himmel. Ich habe alle 10 Minuten eine Aufnahme der Sonne gemacht und die sonderbare Atmosphäre genossen. Als die Sonne fast ganz vom Mond bedeckt war, kamen einige leichte Wolken auf und schoben sich vor die Sonne. Um 8:27 Uhr war Totalität. Mit einem Schlag wird es dunkel und am Himmel ist die atemberaubende Corona zu sehen. Besonders interessant ist die Tatsache, dass in allen Himmelsrichtungen am Horizont die Dämmerung ein faszinierendes Licht zaubert. Nach 1 Minute und 32 Sekunden (siehe Karte über den Kernschatten ca. 40 KB) zeigte sich die Sonne wieder und mit einem Schlag war der Zauber vorbei. Unvergesslich, die Sonnenfinsternis in Chisavane!
Es dauerte noch bis ca. 9:20 Uhr, bis der Mond die Sonnenscheibe wieder vollständig freigegeben hatte und in dieser Zeit blieb ich weiter auf dem Beobachtungsposten und machte immer wieder ein Foto. Dann haben wir das Drei Kinder Lager abgebrochen, das Zelt abgebaut und die Sachen im Auto verstaut. Nachdem wir bezahlt haben sind wir über die Offroad Strecke wieder zur EN 1 zurückgefahren und über Chidenguele, Quissico und Inharrime nach Inhambane gefahren. Unterwegs haben wir eine große, neu renovierte und gestrichene Kokosnusskauf Kirche besichtigt. Daneben gab es eine Schule, die aus einzeln stehenden, runden Strohhütten und einem großen, mit riesigen Mangobäumen bepflanzten, Schulhof bestand. Als wir wieder unterwegs waren, wurden wir bei einer Straßenkontrolle angehalten und bis die Fahrzeugpapiere und mein Führerschein überprüft und für gut befunden waren, hielt Medardus die Polizisten mit einem Schwätzchen bei Laune. Unterwegs kamen wir an einigen verminten Gegenden vorbei und es ist schon beängstigend, wenn man die weißen Markierungen sieht und sich vor Augen hält, was passieren kann wenn man die Abgrenzungen missachtet. In Inharrime kaufte Medardus zwei Flitzebögen mit Pfeilen und einen riesigen Wasserkrug, der gerade noch auf einen Rücksitz Dhau passte und der später mit einem Sack Kokosnüssen gefüllt wurde. In Inhambane sind wir zuerst zu dem großen Anleger gefahren, von dem aus Dhaos und Fährschiffe auf die andere Seite der Bucht, nach Maxixe ablegen. Nachdem wir dort eine Weile herumspaziert sind, sind wir noch ein wenig durch die Stadt gefahren, haben getankt und sind über eine unheimlich holprige Strasse nach Ponta da Barra zur Barra Lodge gefahren. Dort haben wir eine Casita gemietet und uns dort eingerichtet. Zuerst haben wir uns am Strand mit dem fantastisch klaren, warmen Wasser umgeschaut und uns dann über die Möglichkeiten zu tauchen informiert. Den Rest des Abends haben wir an der Strandbar verbracht, wo ein mosambikanisches Buffet serviert wurde. Nach und nach wurde die Musik immer lauter und einige Touristen fingen an, auf den Tischen zu tanzen. Als es uns zu blöde wurde, sind wir nach dem Essen noch kurz ans Wasser und dann ins Bett.

Donnerstag,05.12.2002

Heute morgen sind wir bereits um 5:30 Uhr aufgestanden und da es noch kein Frühstück gab, sind wir über einen kleinen Holzsteg in die Mangroven gegangen und auf einer kleinen Insel auf Palmen geklettert. Danach haben wir Palmen im Restaurant ein paar Tassen Kaffee getrunken und sind zur Tauchschule, wo Medardus sich für seinen angemeldeten Tauchgang vorbereitet hat. Nach einem kurzen Briefing sind alle auf einen Jeep gestiegen und an das Meer gefahren, wo ein großes Gummi Tauchboot bereit stand. Auf diesem sind wir, mit zwei 85 PS Motoren in einer irrsinnigen Geschwindigkeit über das Wasser gerast. Ich saß ganz vorn direkt neben dem Kapitän und musste mich die ganze Fahrt über an den Leinen festhalten. Ständig ging es auf und ab und die Wellen wurden immer höher und höher. Das Wasser hatte eine unbeschreiblich schöne, tiefblaue Farbe und die Dünung steigerte sich auf ca. 5 Meter. Nach einer Weile holte der Kapitän ein GPS-Gerät heraus und steuerte das Boot an eine bestimmte Stelle. Auf Kommando ließen sich die Taucher ins Wasser fallen und verschwanden. Einem gelang es nicht, nach unten zu kommen und so versuchten sie wieder ins Boot zu kommen. Nachdem die Motoren abgestellt waren, wurde das Boot wie ein Spielball auf den riesigen Wellen hin und her geschaukelt und ich musste mich sehr stark auf den Horizont und das Einatmen konzentrieren, um mich nicht zu übergeben. Ab und an fuhren wir mit dem Boot hinter der Taucherboje her und immer wieder wurden einzelne Taucher zurück ins Boot geholt. Nachdem der Tauchgang beendet war und alle Taucher wieder an Bord waren ging es wieder mit Vollgas zurück zum Strand. Direkt nachdem das Tauchfahrt Boot sich wieder in eine Richtung bewegte, war die Übelkeit wie weggeblasen und ich genoss das Auf und Ab und die kräftigen Gischtspritzer beim Eintauchen in die Wellentäler. Vom Strand gingen wir zur Tauchschule um die Sachen abzulegen und dann erst einmal in das Restaurant, wo das Frühstücksbuffet schon fast wieder abgeräumt wurde. Nachdem wir uns mit allerlei Köstlichkeiten gestärkt haben sind wir zur Taucherschule und dort habe ich dann eine Anmeldung mit Gesundheitsfragebogen ausgefüllt. Dann begann der Tauchlehrgang mit ein wenig Theorie, dem Kennenlernen der Ausrüstung und einigen Übungen. Der Unterricht fand in Englisch statt und der Tauchlehrer Werner beendete ein Kapitel immer mit den Worten: "Did you get it? Ok, happy bananas". Nach einer Mittagspause ging es dann in einen kleinen Swimmingpool, in dem wir die ersten Erfahrungen mit dem Preßluftatmen unter Wasser machen konnten. Das ist einfach super! Unterwasser haben wir dann Verständigungsübungen gemacht und gelernt, wie man sich die Taucherbrille frei bläst. Nach der Pool Übung bin ich dann mit Medardus an den Strand. Es war sehr windig und neben einer Düne stand ein kleines Leichtflugzeug. Nachdem wir eine Weile am Strand geschnorchelt haben - das Wasser war zwar sehr klar, aber es gab halt nur Sand zu sehen - sind wir wieder zurück zur Tauchschule. Dabei habe ich mir das Leichtflugzeug näher angesehen und war verwundert darüber, dass der Luftfilter über und über mit Flugsand übersäht war. Als wir an der Tauchschule eine Cola getrunken haben, hörten wir wie das Leichtflugzeug startete und sahen das Ding hinter den Palmen in die Luft steigen. Plötzlich stotterte der Motor, dann raste der Flieger mit einem singenden Geräusch auf die Erde zu und nachdem es einen kurzen, lauten Knall gab wussten wir, das Ding war abgestürzt. Sofort sind wir zum Strand gelaufen um zu helfen. Am Strand sahen wir dann bereits eine Menschentraube und so ist nur noch Medardus weitergegangen. Er half dem Verletzten wieder auf und renkte ihm die Schulter wieder ein. Er hatte den Absturz überlebt, aber das Flugzeug war hinüber. Wenig später ging es dann mit der Tauchfahrt los. Zuerst zogen wir die Taucheranzüge an, prüften die Ausrüstung und sammelten uns zur Tauchbesprechung. Danach ging es mit dem motorisierten Gummiboot ca. 2 km weit auf das Meer, wo mein erster richtiger Kinder mit Schubkarre Tauchgang stattfand. Auf Kommando ließen wir uns rückwärts ins Wasser fallen. Von dort war es dann recht schwierig, überhaupt nach unten zu kommen, aber mein Buddy Medardus drückte mich dann einfach immer tiefer und ab ca. 6 m Tiefe war dann der Druck hoch genug, dass ich auch unten bleiben konnte. Dort tarierte ich mich aus und betrachtete die wunderbare Unterwasserlandschaft. Riesige Korallen mit vielen Fischen und 10 m über uns die Wasseroberfläche mit der riesigen Dünung. Unvergesslich! Nach genau 52 Minuten war der Druck in der Druckluftflasche bereits 210 bar auf 50 bar gesunken und der Tauchlehrer gab das Zeichen zum Aufstieg. An der Wasseroberfläche wurden wir ins Boot gehievt und dann ging es wieder in voller Fahrt dem Strand entgegen. Dort wurde dann die Ausrüstung versorgt und wir gingen wieder in unsere Lodge um uns für den Abend zurechtzumachen. Nach der allgemeinen Tauchbesprechung für den nächsten Tag sind wir zuerst in die Strandbar und dann zum Restaurant. Dort haben wir Mark, einen Bekannten von Medardus aus Beira mit seinem Freund getroffen, der am nächsten Tag auch Tauchen wollte. Nach dem Essen haben wir uns noch lange unterhalten und uns Fotos und den Film von der Sonnenfinsternis angeschaut.

Freitag, 06.12.2002

Auch heute sind wir wieder sehr früh aufgestanden und nach ein paar Tassen Kaffe in der Bar bin ich mit Medardus zur Tauchschule gegangen, wo er seine Ausrüstung zurechtgemacht hat. Medardus ist dann mit einer Tauchergruppe zum Korallenriff "Sherwood Forest" Kind mit Spielzeughandy gefahren und ich bin in der Zwischenzeit am Strand entlang spaziert. Nach dem Tauchgang haben wir dann im Restaurant ausgiebig gefrühstückt, unsere Sachen ins Auto gepackt, bezahlt und sind zurück nach Inhambane gefahren. Dort waren wir nach einer weiteren kurzen Stadtrundfahrt noch einmal an dem großen Anleger - diesmal bei Ebbe. Auf der Fahrt nach Maxixe, dem Ort auf der anderen Seite der Bucht, haben wir an der Strasse gebrannte Tongefässe gekauft. In Maxixe haben wir wieder Rast gemacht und uns die Anlegestelle angeschaut. Auch dort war wieder reges Treiben und wir beobachteten wie die Dhaos unter anderem mit lebenden Tieren beladen wurden. Von Maxixe ging es weiter über Massinga nach Rio das Pedras und von dort über eine 53 km lange Offroad-Strecke nach Pomene. Wir benötigten für die Fahrt fast drei Stunden und manchmal schien es so, dass wir in der endlosen Einsamkeit im Offroad-Strecke nach Pomene Sand stecken bleiben würde. Mit dem Allradantrieb kamen wir allerdings gut durch. Die letzten Kilometer führten durch einen Urwald direkt an Mangroven vorbei und die Strasse war mit abertausenden Winkerkrabben übersäht. Winkerkrabben haben eine rote, auffallend große Schere und wenn man näher kam, huschten die Tieren jeweils in ihre Sandlöcher am Straßenrand. Gegen Abend erreichten wir die Pomene Lodge, wo wir uns in der Rezeption über die Übernachtungsmöglichkeiten informierten. Wir buchten einen Zeltplatz und während der Besitzer uns zum Platz führte, bot er uns zusätzlich kostenlos eine Barracca an. In der Barracca, einer strohbedeckten, nach allen Seiten offenen Hütte bauten wir das Zelt auf. Dann haben wir uns mit Teebaumöl gegen die Moskitos eingeschmiert und ein Glas Wein am Strand getrunken. Als es Dunkel war, sind wir zum Restaurant und haben dort gebratenen Fisch mit Batatas fritas und Salat gegessen. Nachdem wir noch ein Bier an der Bar zu uns genommen haben, sind wir zum Zelt und haben vor der Hütte angefangene Flasche geleert.

Samstag, 07.12.2002

Heute morgen sind wir gegen 6 Uhr aufgestanden und haben zum Frühstück trockene Kekse und Cashew Kerne gegessen. Zum Trinken haben wir entkeimtes, brackiges Wasser getrunken und sind dann, nachdem wir uns die Zähne geputzt und rasiert haben am Estuary entlang spaziert. Beim Krabbe Spaziergang haben wir Fotos gemacht, Flamingos gesehen, waren schwimmen und haben uns durch die Gezeitenströmung treiben lassen und dabei geschnorchelt. Nach einem zweiten Frühstück im Schatten einer Kasuarie sind wir am Meer zurück zur Pomene Lodge gelaufen. Am Zeltplatz haben wir zuerst den Flitzebogen ausprobiert, an der Bar eine Cola getrunken und ein altes, immer noch gut funktionierendes Grammophon ausprobiert. Es ist schon erstaunlich, wie laut die Musik aus dem mechanischen Tonabnehmer kommt. Nachdem wir einige Schellack-Platten mit amerikanischen Schnulzen abgespielt haben, sind wir mit dem Auto zum alten, verlassenen Hotel gefahren. Unterwegs haben wir noch an einer kleinen Strohhütte angehalten und dort eine Cola getrunken. Ponta Barra Falsa bei Pomene Das verlassene Hotel liegt auf der Ponta Barra Falsa, einer felsigen Klippe. Nachdem wir ein wenig durch die verlassene Hotelanlage gelaufen sind, sind wir an der durch das Wasser zerfressenen Klippe entlanggelaufen. Überall waren riesige Höhlen und auf dem Boden gab es ausgewaschene Gezeitenbecken, die voll Wasser waren. In jedem dieser Becken schwammen Fische, wuchsen Korallen und so verbrachten wir während der Ebbe die Zeit damit, von einem Becken in das andere zu springen und mit Taucherbrille und Schnorchel die Fische wie im Aquarium zu beobachten. Da die Sonne unbarmherzig vom Himmel brannte, wärmte sich das Wasser in den Becken sehr stark auf und wir genossen die natürliche Badewannenatmosphäre. Den Sonnenuntergang haben wir am Estuary verbracht, wo die Sonne glutrot den schönen Tag beendete. Nach dem Abendessen haben wir noch ein paar Savane getrunken und sind dann ins Zelt.

Sonntag, 08.12.2002

Heute sind wir, da wir eine sehr lange Fahrt vor uns haben, bereits um 5:00 Uhr aufgestanden, haben das Zelt eingepackt, zum Frühstück ein paar trockene Kekse gefuttert und sind losgefahren. Unterwegs haben wir immer wieder Video gefilmt und die Fahrt Tanzende Frauen durch die endlose Weite war einfach atemberaubend. Kurz vor Pomene kam uns eine Gruppe singender und tanzender Kirchgänger entgegen. Als wir mit dem Auto anhielten, sammelten sie sich, tanzten, klatschten und trommelten ein Lied. In Zentrum von Pomene, wo ein paar Häuser um einen riesigen Platz standen, haben wir eine Cola getrunken und sind von dort die kürzeste Strecke zur EN 1 gefahren. Dann ging es weiter durch Nhachengue, Cheline, Pambarra, Maimelane, Jofane zum Rio Save. In der Ortschaft davor haben wir Trommler am Strassenrand kurz Rast gemacht, eine Kirche besichtigt und eine Cola getrunken. An der Brücke wurden wir angehalten um den Brückenzoll zu entrichten. Ein Soldat kam und wollte zusätzlich das Auto durchsuchen. Nachdem Medardus mit ihm lange diskutiert hat, warum er das Auto durchsuchen wolle und ob sein Chef überhaupt davon wisse, mussten wir kurz, damit der verunsicherte Mann sein Gesicht wahren konnte, die Hecktüre öffnen und konnten dann weiterfahren. Am anderen Ufer sind wir ausgestiegen und zum Fluss herunter gelaufen. Wenig Köhler später ging es weiter und so fuhren wir durch Mucheve, Nova Golega und Chiboma. Kurz vor Inchope sahen wir einen rauchenden Holzkohlemeiler, den wir uns näher angesehen haben. Der Köhler zeigte uns seinen Meiler, erzählte von seiner Arbeit und während wir wieder in Richtung Auto liefen, hob er einen Baumstamm an unter dem eine platt gedrücktes Eichhörnchen lag. Der Baumstamm erwies sich als eine geschickte Falle. Ein mit einem schweren, quer liegenden Ast zusätzlich beschwerter Baumstamm wird mit einem kleinen Stöckchen gehalten, das über einen Hebelmechanismus mit dem Futter in der Falle verbunden ist. Beißt das Tier an, kracht der Baumstamm herunter und zerquetscht es. Die so erbeuteten Tiere werden gegessen. In Enchope haben Ochsenpflug wir eine kleine Rast gemacht und sind auf die EN 6 nach Beira abgebogen. Kurz hinter Enchope sind wir auf den Inselberg bis zum Gebäude der Telefongesellschaft mit den ausrangierten Teleskopantennen gefahren und haben uns ein wenig mit dem Wächter unterhalten. Dann ging es weiter über Nhamatanda, Lamego, Muda, Tica. An der Brücke über den Rio Pungue sind wir noch einmal ausgestiegen um ein paar Fotos zu machen. Weiter ging es dann über Mafambisse, Dondo und Nova Chamba und im Dunkeln sind wir nach Hause gekommen. Nachdem wir das Auto ausgepackt und zu Abend gegessen haben, haben wir uns an den neuen Rechner gesetzt, das Netzwerk installiert und alle Dateien vom alten Laptop auf den neuen Laptop gespielt. Auch nach mehreren Versuchen wollte der Anschluss an das Internet einfach nicht funktionieren: das Passwort wurde nicht akzeptiert. Nachdem viele Einstellungsversuche keinen Erfolg zeigten, habe ich nach Mitternacht eine Geburtstags E-Mail auf dem alten Rechner geschrieben und an Uli geschickt. Gegen 2:30 Uhr bin ich dann ins Bett.

Montag, 09.12.2002

Heute bin ich mit Halima und Medardus aufgestanden, um in die Stadt zu fahren. Während wir frühstückten, machte der Angestellte Fanzo das Fahrrad zurecht und gegen 8:00 Uhr machte ich mich auf den Weg. Zunächst fuhr ich am Meer entlang ins Zentrum, durch die Avenida Eduardo Mondlane und die Baixa zur Teledata in Maquinino. Bei der Teledata sprach ich mit den Technikern um zu klären, Strassenecke in Beira warum der Internet-Anschluss mit dem neuen Rechner nicht funktionieren wollte. Leider hatte auch die Teledata keine Idee. Jedenfalls konnte ich das Passwort auf seine Gültigkeit prüfen. Zusätzlich bot die Teledata die Installation des Internet-Anschlusses für 20 USD an. Ich bin dann mit dem Fahrrad auf der Hauptstrasse in Richtung Dondo weitergefahren und habe an einer kleinen Hütte ein Foto, das ich im Februar dort gemacht habe, abgegeben. Es gab einen riesigen Menschenauflauf und die Leute haben sich sehr über das Foto gefreut. Zwei Strassen weiter bin ich nach rechts abgebogen und fand einen kleinen Einkaufsstand mit Fahrradzubehör. Da das Fahrrad von Medardus nur noch über Klingelreste verfügte, habe ich nach dem Preis für eine Klingel gefragt. Sie sollte 25.000 Meticais (ca. 1,25 EUR) kosten. Ich wollte die Klingel direkt montieren lassen, aber der Verkäufer hatte keinen Schraubenzieher. Zuerst versuchte er mit einem abgebrochenen Messer, dann mit einer verrosteten Unterlegscheibe die Reste der alten Klingel abzuschrauben, was aber logischerweise nicht funktionierte. Als er dann mit einem verbogenen Stück Blech, ankam bedankte ich mich für seine Mühe und fuhr weiter. Wenige hundert Meter später fand ich noch einen Am Strand Verkaufsstand, der die gleiche Klingel für 20.000 Meticais anbot. Da hier ein Schraubenzieher vorhanden war, wurden wir handelseinig und während der Montage unterhielten wir uns ein wenig. Als ich mit der neuen Klingel wieder losfuhr bemerkte ich, dass man die Klingel nicht drücken konnte, sondern ziehen musste. Ich bin dann wieder ins Zentrum gefahren und habe im PEP Einkaufsmarkt nach Schuhen geschaut und nach einer Badehose gesucht. Danach habe ich im CD Laden nach neuen CDs geschaut und bin durch die Rua Sao Franscisco de Almeida und durch Ponta Gea am Grand Hotel und Complesso Oceana vorbei ins Miramar. Dort habe ich mich erst einmal hingesetzt und in Ruhe eine Sprite getrunken. Da es so heiß war und ich auf der Terrasse mit Meerblick so gemütlich saß, habe ich mir noch eine Fanta bestellt. Als ich bezahlen wollte erklärte mir der Ober, er habe kein Wechselgeld. Also bestellte ich noch eine Fanta und ging davon aus, dass nun das Rückgeld ausreicht. Er kam dann mit ein paar Scheinen und einem kleinen vollgeschmierten Zettel als Gutschrift von 7.000 Meticais. Da ich mit dem Zettel nichts anfangen konnte habe ich mir noch eine Fanta bestellt und den Leuchtturm Macuti Rest als Trinkgeld dagelassen. Gegen 12:00 Uhr kam ich dann zu Hause an, wo Medardus schon von der Arbeit zurück war. Halima war noch unterwegs und so haben wir uns an den Rechner gesetzt und noch einmal versucht ins Internet zu kommen. Nun funktionierte es auf Anhieb - weiß der Teufel warum. Wir haben bis ca. 15:00 Uhr mit dem Mittagessen gewartet, aber da Halima nicht kam, haben wir alleine gegessen und einen kurzen Mittagsschlaf gehalten. Danach sind wir zum Leuchtturm Macuti um dort zu schwimmen und Drachen steigen zu lassen. Es war ein sehr klarer Himmel und ich habe viele Fotos gemacht. Danach sind wir noch schnell zum 'E porchè naô' gefahren, um dort die Sonne im Meer versinken zu sehen. Kurz vor dem Untergang kamen jedoch Wolken und so waren wir noch ein wenig schwimmen. Am Abend waren wir zum Abendessen mit vielen Freunden bei Marcel eingeladen, wo es unter anderen Leckereien auch Biltong aus Südafrika (luftgetrocknetes Büffelfleisch) gab. Nach der Feier habe ich noch eine Weile am Rechner gesessen und bis ca. 3:00 Uhr das Videoschnittprogramm ausprobiert.

Dienstag, 10.12.2002

Auch heute bin ich mit Medardus aufgestanden und nach dem Frühstück direkt in das Wohnviertel hinter dem Haus. Dort habe ich das Haus des Schneiders gesucht, der sich bei den letzten beiden Besuchen so gerne fotografieren ließ und sich sogar extra für ein Foto umgezogen hat. Der alte Kleines Mädchen Mann hatte vor Freude Tränen in den Augen und zeigte seine Dankbarkeit durch eine Geste, die ich im Februar bei der Hochzeit von Halima und Medardus gesehen habe: Der Mann beugte sich leicht nach vorne, trat mit den Füssen auf der Stelle und klopfte sich mit der rechten Faust gegen die Brust. Ich bin dann wieder nach Hause und mit Halima in einer Chappa in die Stadt gefahren. Dort haben wir die schwangere Stella, eine Freundin von Halima, mit ihrem Angestellten getroffen. Wir sind dann zusammen - im Gänsemarsch - Einkaufen gewesen und haben im Shoprite ein Eis gegessen. Danach sind wir zu Praia Nova Halimas Elternhaus gegangen und haben dort Ihre alte Großmutter besucht. Dazu kam dann noch eine alte Frau aus Buzi. Nach einem kurzen Gespräch sind wir in Richtung T'Sungamoio und von dort mit einer Chappa wieder zurück nach Hause. Nach dem Essen und einem kurzen Mittagsschlaf sind wir dann zum 'E porchè naô', wo wir Marcel mit zwei Freunden getroffen, Frisbee gespielt und Refrescos getrunken haben. Da es bewölkt war, konnten wir die Sonne nicht untergehen sehen. Also sind wir nach Hause und haben gegessen. Danach kam Marcel vorbei und zeigte uns die Einstellungen für die Videobearbeitung mit dem Rechner. Nachdem ein kurzer Film fertig geschnitten war, haben wir versucht den Film auf den Videorecorder zu kopieren. Der Videoausgang am Rechner ließ sich jedoch nicht aktivieren. Wir haben uns dann die Aufnahmen von unserer Reise angeschaut und den Film dabei auf ein Band für mich kopiert. Um 1:00 Uhr sind wir dann ins Bett.

Mittwoch,11.12.2002

Heute habe ich länger geschlafen: als ich um 8:00 Uhr aufwachte, war Medardus schon weg. Also habe ich mit Halima gefrühstückt und bin dann mit ihr zum Krankenhaus gegangen. Dort haben wir Medardus besucht , der bei Halima eine Ultraschalluntersuchung gemacht hat. Danach haben wir uns das Auto ausgeliehen und sind damit durch die Stadt gefahren, um für die Party am Abend einzukaufen. Zwischendurch waren wir auch beim PEP, wo ich mir ein paar Schuhe gekauft habe. Als wir soweit alles eingekauft hatten, sind wir noch einmal zu dem Elternhaus von Halima gefahren. Dort bin ich mit den Jungen aus der Nachbarschaft durch die Strasse gegangen und habe ein paar Fotos gemacht. Danach haben wir Medardus Halimas Schwester am Krankenhaus abgeholt und sind nach Hause gefahren, wo wir telefonisch meinen Rückflug bestätigt haben. Den Nachmittag haben wir damit verbracht, einen Videofilm für Philipp und für mich zu bespielen. Gegen Nachmittag sind wir dann mit dem Auto nach Rio Maria gefahren und haben auch unterwegs immer wieder gefilmt. In Rio Maria sind wir dann zuerst auf den Strand gefahren, haben dort das Auto abgestellt und sind ein wenig spazieren gegangen. Als wir wieder am Auto waren kam mir die geniale Idee, mit dem Auto durch den Sand über die eingeschaltete Videokamera zu fahren, um damit eine besonders interessante Aufnahme zu machen. Gesagt getan. Medardus fuhr als über die von mir im Sand aufgebaute und eingeschaltete Kamera hinweg. Leider war das Auto tiefer als angenommen und die Hinterradachse nahm die Videokamera mit, die durch den Sand purzelte. Die Kamera hatte zwar eine Delle, war aber noch funktionstüchtig. Danach sind wir zum Ort Rio Maria gefahren, wo das große Schiffswrack am Strand liegt. Dort bemerkte Medardus, dass er auf der anderen Seite der Mangrove seine Sonnenbrille liegen gelassen hat. Also wollte ich am Strand entlang zu Fuß durch die Mangrove. Leider war Einbaum dazwischen ein kleiner Priel vor dem der Schlamm immer tiefer wurde. Als ich mit den Füssen im Schlamm feststeckte, rief ein Mann von der anderen Uferseite, ich solle warten und kam mit einem Einbaum, um mich über den Priel zu fahren. Es ist unglaublich, wie wackelig ein Einbaum im Wasser liegt aber es war sehr interessant damit über den Priel gepaddelt zu werden. Ich bedankte mich und gab dem Mann 2.000 Meticais und suchte dann am Strand die Brille. Inzwischen war auch Medardus wieder mit dem Auto angekommen und fand auch seine Sonnenbrille. Dann sind wir nach Hause gefahren und haben auf dem Dach vom Hotel El Farol den Sonnenuntergang beobachtet. Zu Hause haben wir dann noch ein wenig für den Besuch vorbereitet und gegen 20:00 Uhr die ersten Freunde zur Party begrüßt. Marcel hat mir die brandneue von ihm arrangierte CD Desejo von Djej, zu dem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht, geschenkt. Auch heute sind wir erst gegen 1:00 Uhr schlafen gegangen.

Donnerstag, 12.12.2002

Auch heute bin ich erst um 8:00 Uhr aufgestanden und nach dem Frühstück mit der Chappa in die Baixa gefahren, um dort die Casa Rajú in Maquinino gesucht. Dort habe ich nach der neuesten CD Der Fischer zieht das Netz ein von Isaú Menezes gefragt, die allerdings nicht vorhanden war. Also habe ich mich nach weiteren Möglichkeiten durchgefragt und bin dabei von Geschäft zu Geschäft gelaufen, ohne jedoch Erfolg zu haben. Zwischendurch habe ich mir bei einem Schuhputzer vor dem Gefängnis meine Schuhe reparieren lassen. Nachdem er beide Schuhe genäht und gesäubert hatte, wollte er 5.000 Meticais (0,25 EUR) haben. Ich habe ihm das Doppelte bezahlt, was ihn sehr gefreut hat. Dann bin ich in Richtung Praia Nova gelaufen und habe spielenden Kindern zugesehen. Aus getrocknetem Schlamm haben sie sich kleine Lastwagen und Schiffe geformt, die sie an Schnüren hinter sich herzogen. Damit transportierten sie Steine und Holzstückchen, die mit Kronkorken bezahlt wurden. An der Praia Nova habe ich eine Cola getrunken und dabei beobachtet, Sonnenuntergang wie ein kleiner Junge in einem Metallbecher Wasser zum Trinken verkaufte. Einer seiner Kunden lies den Jungen sehr lange auf den Becher warten und verschwand dann, ohne den Becher zurückzugeben. Später bin ich zum Mercado gegangen, um dort einige Souvenirs zu kaufen und mit einer Chappa zurück nach Hause. Nach dem Mittagessen und einem kurzen Nickerchen sind wir dann mit dem Auto zu den Salinen gefahren. Unterwegs haben wir mit einer alten Frau gesprochen, die vor Hunger Erde gegessen hatte. Wir haben ihr 10.000 Meticais für Brot und Obst gegeben und waren dann am Strand. Dort sind wir geschwommen, haben Frisbee gespielt und den Fischern bei der Arbeit zugeschaut. Gegen Abend sind wir dann zurück nach Beira zum Club Nautico, wo wir bei Manica und Sprite die glutrote Sonne im Meer versinken sahen. Am Abend habe ich dann begonnen, meine Sachen einzupacken. Und Medardus hat in dieser Zeit noch Videos überspielt.

Freitag, 13.12.2002

Heute Morgen bin ich mit Medardus aufgestanden und nach dem Frühstück in das Bairro hinter dem Haus spazieren gewesen. Von dort bin ich durch die Im Reisfeld Reisfelder, in denen schon alles für die Reisaussaat vorbereitet wird zum Leuchtturm Macuti gegangen. Am Meer habe ich noch ein wenig dem Treiben der Fischer zugesehen und bin dann am Strand entlang bis zur großen Kirche. Dort waren zwei Männer damit beschäftigt, Fußbänke zu reparieren. Dazu hatten sie einen Haufen verrosteter und verbogener Nägel, die sie versuchten in das Fanzo der Angestellte harte Tropenholz zu schlagen. Ich habe den Beiden eine Weile zugesehen und bin dann auf den hohen Glockenturm gestiegen um von dort die Aussicht zu genießen. Weiter ging mein Spaziergang dann zum großen Marktplatz, wo ich eine Cola getrunken habe. Dann bin ich nach Hause, wo wir auf Medardus gewartet haben. Er hatte Dienst und es war noch nicht klar, ob er es schaffen würde rechtzeitig zu Hause zu sein, um mich zum Flughafen zu bringen. Nach dem Mittagessen kam dann auch Medardus nach einer OP nach Hause, ich verabschiedete mich von den Angestellten und wir fuhren zum Flughafen. Dort wurde mein Reisegepäck von dem gleichen Beamten überprüft, der schon mich schon bei der Einreise überprüft hat. Nach der Zahlung von 10 USD Flughafengebühr verabschiedeten wir uns und ich flog um 14:55 Uhr mit der TM 2312 von Beira nach Johannesburg, wo ich um 17:20 Uhr landete. Dort wanderte ich dann noch durch das Flughafengebäude und um 19:55 Uhr ging es dann mit der LH 573 von Johannesburg nach Frankfurt.

Samstag, 14.12.2002

Das Flugzeug landete pünktlich um 05:15 Uhr bei Regen in Frankfurt und um 05:45 Uhr ging es dann weiter mit der LH 042 von Frankfurt nach Hamburg, wo mich Uli und die Kinder um 07:30 Uhr abgeholt haben. Auch diese Reise nach Mosambik war wieder so überwältigend, dass die nächste Reise - am Besten mit der ganzen Familie - beschlossen ist!


 
Eclipse 04.Dezember 2002 Einer der Höhepunkte der Reise war die totale Sonnenfinsternis am 04. Dezember 2002 in Chisavane bei Xai Xai. In den zwei Stunden zwischem dem ersten Kontakt und dem vierten Kontakt zwischen Sonne und Mond habe ich einige Aufnahmen gemacht und in einem animierten Bild zusammengestellt.
Durch einen Mausklick auf das Bild kann man die Fotos in Originalgröße (ca. 759 KB) betrachten.

Karte über den Kernschatten (ca. 40 KB)