Markus Hahn
Freizeit / Reiseberichte


Moçambique 04 / 2002

Reise vom 19.04.2002 bis 02.05.2002

Im März erhielt ich eine e-Mail von meinem Bruder Medardus in der er von seiner geplanten Hochzeit mit Halima berichtete. Nach einigem Hin- und Her habe ich Urlaub beantragt und Flugtickets besorgt. Am Freitag, den 19. April ging es dann los.

Freitag, 19. April 2002

Heute bin ich bereits um 14:00 Uhr von der Arbeit wieder nach Hause gefahren, um dort noch zusammen mit der Familie zu Mittag zu essen. Um 15:45 Uhr ging es dann mit dem kleinen Auto von zu Hause zum Flughafen in Kiel, wo ich noch einen Kollegen von mir getroffen habe. Nachdem dieser in Richtung München abgedüst war, ist mein Flugzeug pünktlich um 17:35 Uhr in Richtung Frankfurt gestartet, wo es pünktlich gegen 19:00 Uhr gelandet ist. Nachdem ich mir auf dem Frankfurter Flughafen bis 22:40 Uhr die Beine vertreten habe ging es dann weiter nach Johannesburg. Der Flieger war nahezu ausgebucht; ich hatte einen Fensterplatz hinter den Tragflächen und konnte wenigstens gut sehen. Ansonsten war es tierisch eng, weil neben mir ein recht großer Mann einer südafrikanischen Fernsehgesellschaft saß.

Samstag, 20. April 2002

Ich konnte mehr schlecht als recht auf meinem engen Platz schlafen - aber gegen 9:00 Uhr landeten das Flugzeug bei strahlendem Sonnenschein in Johannesburg. Dort ging das Einchecken für den Flug nach Beira ein wenig chaotisch vor sich (mehrfaches Nachfragen bei den Kollegen hinter den Schaltern, ob BEW auch wirklich Beira ist) aber es ging dann tatsächlich pünktlich um 10:30 Uhr in einer sehr kleinen Maschine mit super Fensterplatz weiter. In Beira war dann das Wetter - wie zu erwarten war - sehr schön und warm. Nach recht wenig Formalitäten erhielt ich für 20 USD mein Visum und wurde dann von Mama, Halima (sprich "Alima") und Medardus abgeholt. Wir sind erst einmal in das neue Zuhause von Medardus gefahren, das wirklich sehr schön geworden ist. Dort wurde dann ein super Essen (Pommes mit Fisch und Salat und zum Nachtisch Obstsalat) serviert und da ich endlich auch mal wieder kurzfristig riechen konnte, schmeckte es noch mal so gut!

Danach sind wir dann alle mit dem Auto in die Stadt, wo ich 50 Euro in Sonnenuntergang 1.060.000 Meticais gewechselt habe und damit endlich einmal Millionär war. Nach dem Geldwechsel und noch weiteren Besorgungen sind wir dann an den Strand von 'E porchè naô' und waren dort schwimmen, Frisbee spielen und zum Schluss noch ein oder zwei Manica und Sprite trinken. Das Wasser ist zur Zeit recht sauber - von Wurstsuppe meilenweit entfernt - und schön warm. Als wir am Strand waren, kamen auch noch Marcel und Robert und wir unterhielten uns ein wenig. Nachdem wir uns zu Hause zurechtgemacht hatten, habe ich schnell noch bei 28,0 °C eine e-Mail nach Deutschland geschickt, dann sind wir noch im Clube Nautico essen gegangen (hatte leider eine total verstopfte Nase) und waren hinterher noch kurz im Shaka´s, wo Marcel als DJ Musik machte. Nachdem wir dort ein Savana (Apfel Cidre Getränk) getrunken haben, sind wir nach Hause und ins Bett.

Sonntag, 21. April 2002

Kurz vor der Morgendämmerung, in aller Frühe krähte ein verrückter Hahn. Habe aber trotzdem weitergeschlafen bis Medardus mich um 7:20 Uhr (!) geweckt Seerose hat. Draußen hat es in der Zwischenzeit wie wild geregnet. Nach dem Frühstück sind wir dann in die Kirche der Paróquia de Nossa Senhora da Fátima gefahren, die um 8:00 Uhr anfangen sollte; wir waren aber auch um 8:15 Uhr noch pünktlich. Die Messe dauerte dann bis 10:00 Uhr und es wurde wunderschön gesungen und tolle Musik gespielt. Habe sehr viel an den kleinen Paul denken müssen, der ja morgen in aller Frühe operiert wird.

Vor dem Segen wurden Halima und Medardus der ganzen Gemeinde (ca. 500 Menschen) kurz vorgestellt und die Hochzeit am Samstag angekündigt. Nach der Messe haben Savanne wir noch ein wenig draußen gestanden und mit Verwandten von Halima Küsschen links Küsschen rechts ausgetauscht, um dann noch etwas mit dem Pfarrer und dem Chorleiter zu plaudern. Am Donnerstagabend hat der Chor eine Proben und vielleicht mache ich da auch mal mit. Nach der Kirche sind wir nach Hause, und da das Wetter sich besserte, haben wir unsere Strandsachen gepackt und sind durch riesige Schlammlöcher nach Rio Savane gefahren. Dort haben wir nach kurzer Wartezeit Radfahrer mit einem Boot den Fluss überquert und sind von dort dann weiter zum Strand. Dann haben wir uns erst einmal mit einem Wellenbrett in die Fluten gestürzt. Sauberes warmes Wasser und die Wellen trugen einen, wenn man es richtig anstellte, manchmal bis zu 20 Meter weit. Nach dem Bad bin ich mit Medardus am Strand entlang, zum 6 km entfernten alten Leuchtturm gegangen. Unterwegs haben wir auch eine Horde wilder Affen durch die Dünen verfolgt. Nachdem wir wieder zurück waren, haben wir etwas gegessen, sind noch einmal im Meer schwimmen gewesen und danach mit dem letzten, vollgepackten Boot wieder zurück zum Auto gefahren. Wenig später ging die Sonne unter und wir fuhren den Rest des Weges im Dunkeln zurück. Hier sind wir dann noch eine Runde durch die Stadt gefahren und dann zurück zum Haus. Am Abend haben wir noch etwas gegessen und uns im Wohnzimmer einen langweiligen Tatort angeschaut.

Montag, 22. April 2002

Heute morgen bin ich in aller Frühe mit Medardus aufgestanden und habe mit ihm gefrühstückt. Danach bin ich mit seinem Fahrrad zuerst in Richtung Familie Innenstadt, von dort dann über die Hauptstrasse in Richtung Dondo, Chimoio. An der Abzweigung zum Flughafen habe ich eine kleine Verschnaufpause eingelegt und eine Cola gesüppelt, um dann am Flughafen vorbei über die gesperrte Straße zum Leuchtturm Macuti zu radeln. Als Unterbau für die neue Strasse wird hier einfach Mutterboden mit Zement vermischt, danach bewässert und dann geteert. Ob das auf dem sumpfigen Gelände bestand hat?

Zu Hause habe ich schnell meine Badesachen eingepackt und bin zu Mama an das 'E porchè naô' gefahren. Dort waren wir etwas im Wasser und haben dann noch ein paar Refrescos getrunken. Nachdem wir bis 13:00 Uhr gewartet haben, sind wir zu Fuß nach Hause um zu erfahren, dass Medardus noch 2-3 Stunden operieren muss. Wir haben dann gegessen und einen kleines Mittagsschläfchen Fischer gehalten. Als ich wach wurde habe ich meine Uhr vermisst und vermutet, dass ich sie vielleicht am Strand verloren habe. Also nichts wie ab auf's Fahrrad und zum Strand. Unterwegs fiel mir jedoch ein, dass ich die Uhr nicht mit zum Strand genommen habe. Bin trotzdem den Weg noch einmal abgegangen und erfolglos nach Hause. Hier war die Uhr in einer Seitentasche vom kleinen Rucksack - so sicher untergebracht, dass ich sie selbst nicht mehr gefunden habe. Als ich dann im Garten saß, um zu lesen, kam Medardus. Wir haben dann gegessen und Kaffee getrunken und sind zusammen mit dem Auto los. Am Strand haben wir Mama abgeladen und ich bin dann mit Medardus ins Krankenhaus. Dort habe ich mir einen weißen Kittel angezogen und Medardus bei der Visite Reisernte begleitet. Die Intensivstation und die Abteilungen sind in einem erbärmlichen Zustand. Dass man dort überhaupt gesund werden kann ist mir ein Rätsel.

Nach der Untersuchungsrunde sind wir dann zu Mama an den Strand, haben wieder ein paar Refrescos getrunken und sind nach Hause. Hier habe ich noch eine Runde um das Viertel gemacht. Nicht weit von hier ist ein kleiner Markt, der nur von einigen wenigen rauchenden Petroleumlämpchen beleuchtet ist. Ich bin dort ein wenig herumgelaufen aber es war mir dann nach einer Weile doch ein wenig zu unheimlich. Man konnte fast die Hand vor Augen nicht sehen und die vielen dunklen Gestalten...

Medardus hat gegen drei Uhr heute Mittag eine SMS bekommen, in der stand, dass der kleine Paul nun erfolgreich operiert sei und nun die kritischen zwölf Stunden abgewartet werden müssen. Hoffentlich geht es dem Kleinen gut!

Dienstag, 23. April 2002

Ich bin gestern nach dem Frühstück mit Medardus zum Krankenhaus gefahren. Da es ein wenig geregnet hat, habe ich mir seinen Schirm geschnappt und bin vom Krankenhaus an den Reisfeldern vorbei in das Viertel, das direkt hinter Schneider dem Haus von Medardus liegt. Dort habe ich auch den netten Schneider hinter seiner Nähmaschine wieder getroffen und begrüßt. Er dachte, wie bereits bei meiner letzten Reise mit Christoph, wieder ich sei vom Fernsehen und wollte schnell sich wieder umziehen, was ich aber abgelehnt habe. Beim nächsten Mal bringe ich ihm ein Foto mit. Dann bin ich kreuz und quer durch die Gassen gelaufen um dann irgendwann wieder aus dem Viertel aufzutauchen und an den Strand zu gehen. Dort habe ich den Fischern ein wenig beim arbeiten zugesehen und bin dann wieder zurück, um mich direkt in der Nähe von Medardus Haus vor zwei Betonsilos zu setzen. Wie sich herausstellte, war das der Wasserspeicher Wasserwerk für das Krankenhaus. Der Arbeiter, mit dem ich mich unterhalten habe, hat die Aufgabe, den ganzen Tag für jeden Tank die Druckmesser zu beobachten. Fällt der Druck, dann muss er zwei Pumpen einschalten und mit einem schweren Eisenrad zwei riesige Ventile öffnen. Dann wird das Wasser, was unter den Silos aus der Wasserversorgung Beira fließt, in die Behälter gepumpt. Wenn die Behälter voll sind und der Druck steigt, macht er die Absperrventile wieder zu und schaltet die Pumpen aus. Das macht er bis abends um dann die Anlage abzuschließen und nach Hause zu gehen. Nachdem wir über eine rostige Eisenleiter bis ganz nach oben geklettert waren, bin ich nach Hause, habe schnell geduscht und mich in den Garten gesetzt, um auf Karin zu warten, die den MA-Kurs organisatorisch betreut. Wir waren um zehn Uhr verabredet und gegen elf Uhr kam sie auch schon mit dem Bus der UCM - ihr war das Auto stehen geblieben. Zwischenzeitlich ist auch Medardus schon von der Arbeit zurückgekommen und wir verabredeten uns am 'E porchè naô'. Ich bin dann mit in die Universidade Católica de Moçambique gefahren und habe mich dort mit dem Systemadministrator und Dozenten Roy über den Kursverlauf unterhalten. Software und Hardware steht der Uni in ausreichendem Masse zur Verfügung. Einzig der Platz im Internet ist stark begrenzt. Die Uni hat insgesamt nur 10 MB auf dem Webserver zur Verfügung und muss dafür pro Monat ca. 300 US-Dollar bezahlen.

Danach wurde ich mit dem UCM Bus zum 'E porchè naô' gefahren, wo Mama und Medardus auf mich gewartet haben. Wir sind dann mit dem Auto in die Stadt und haben diverse Einkäufe gemacht. Unter anderem auch zwei lebende Hähne für je 45.000 Meticais (4,50 DM). Federn rupfen Wieder zu Hause haben wir auf das Mittagessen gewartet, welches mit gebratenem Fisch, Reis und Salat sehr lecker war. Nach dem Essen haben wir der Köchin und dem Angestellten beim Schlachten der Hähnchen zugeschaut. Nach dem Mittagsschlaf sind wir noch einmal in die Stadt gefahren, waren einkaufen, kurz an der Praia Nova, bei den Eltern von Halima - wo wir auch die Schwester und den Bruder kennen gelernt haben und sind wieder zurück zum Haus. Hier wurden dann die Hähnchen auf dem Grill zubereitet und mit Brot und patates frites verspeist. Am Abend haben wir von Christiane erfahren, dass die Operation von Paul zwar gut gelaufen sei, er sich aber immer noch in einer sehr labilen Phase befindet und man gar nicht weiß, ob er es überleben kann.

Mittwoch, 24. April 2002

Heute morgen bin ich, weil es schon so gemütlich warm war und sich die Hunde draußen so nett mit den Hähnen unterhalten haben, sehr früh aufgestanden und habe erst einmal eine Nachricht nach Hause geschrieben und mich ein wenig auf die Vorlesung vorbereitet. Zwischenzeitlich hat es draußen ein Sitzende Frau wenig geregnet, danach war es aber direkt wieder schön. Da Medardus heute seinen ersten Urlaubstag hatte, haben wir gemütlich gefrühstückt und sind danach an den Strand gefahren, um dort zu schwimmen und Frisbee zu spielen. Gegen Mittag sind wir nach Hause gefahren, haben uns dort frisch gemacht und sind durch die Stadt gefahren, um ein weißes Hemd für Medardus zu kaufen, was natürlich nicht zu haben war. Um 13:00 Uhr haben wir Tante Christa pünktlich vom Flughafen abgeholt. Mit Ihr sind wir langsam durch die Stadt zurückgefahren, waren am Grand Hotel und ich bin an der UCM ausgestiegen. Einige der Studenten warteten bereits und von 14:00 bis 17:00 Uhr habe ich den ersten Teil meiner Vorlesung über HTML, die Geschichte des Internet und über die Erstellung einer Website gehalten. Als Vorbereitung zu der Vorlesung habe ich das Dokument Developing a Website (62 KB) erstellt und an die Studenten verteilt. Am Anfang habe ich nur vorgetragen aber bei den praktischen Übungen tauten einige Studenten schließlich etwas auf. Nach meiner Vorlesung wurde ich von der Uni dann bis zum 'E porchè naô' gefahren, wo Mama, Christa und Medardus bereits warteten. Nachdem wir kurz zu Hause waren ging es wieder mit dem Auto in die Stadt - und zwar dieses Mal zur Pfarrkirche, wo Halima und Medardus ihr Hochzeitsgespräch hatten. Ich war so lange in der Kirche und habe dem Chor beim Proben zugehört. Später sind wir dann nach Hause und haben alle zusammen zu Abend gegessen. Nach dem Essen haben wir Halima in ihr Elternhaus begleitet und sind dann ins Bett.

Donnerstag, 25. April 2002

Heute morgen hat Halima angerufen und von Problemen mit einem Blumenladen gesprochen. Der Laden, bei dem nur ein Angebot eingeholt wurde, hatte für Schulkind die Hochzeit alle Blumen besorgt und wollte sie jetzt liefern, obwohl der Blumenschmuck bereits von anderen erledigt wurde. Wir sind also direkt nach dem Frühstück mit dem Auto in die Stadt gefahren, um dort mit dem Blumenladen zu verhandeln. Danach waren wir in einem großen Laden, um dort ein langärmeliges weißes Hemd zu kaufen. Bei dieser Gelegenheit habe ich mir direkt ein neues Paar Schuhe gekauft. Das langärmelige Hemd wurde am Nachmittag von einem Näher in ein kurzärmeliges Hemd umgewandelt. Nach dem Einkauf sind wir aus der Stadt heraus nach Manga, zu der Brauerei Cervejas de Moçambique nach Manga gefahren, wo Medardus zwei Fässer Bier mit Zapfanlage und Zapfer bestellt hat. Danach sind wir einen sehr schönen Weg zurück nach Hause gefahren, haben unsere Badesachen Muschelsucher gepackt und sind zum Leuchtturm gefahren. Dort waren wir schwimmen und Frisbee spielen. Als wir wieder zu Hause waren, gab es Mittagessen mit Fisch und verschiedenen Sorten von Garnelen. Nach dem Mittagessen sind wir mit Fanzo durch das Viertel hinter dem Haus spaziert, um dort ein paar Fotos zu machen. Da auch Mama und Christa dabei waren, die jeweils mit ihrem Fotoapparat Bilder machten, hatten wir teilweise zehn bis zwanzig Kinder im Schlepptau. Danach sind wir an den Bahnhof von Beira gefahren und haben dort im Restaurant zu Abend gegessen. Vorspeise, Fischgerichte und diverse Getränke für alle zusammen für umgerechnet ca. 20,00 EUR. Hinterher bin ich mit Medardus noch einmal zum Strand gefahren, um dort im Mondlicht Frisbee zu spielen und im warmen Wasser schwimmen zu gehen.

Freitag, 26.April 2002

Heute bin ich bereits um 6:30 Uhr aufgestanden und mit einer überfüllten Chappa in die Stadt gefahren. Dort bin ich an der Baixa ausgestiegen, über Praia Nova den Plaza Central auf die Praia Nova gelaufen und habe dort bei schönem Licht einige Aufnahmen der Schiffwracks, der Werftarbeiter und der Fischer gemacht. Hinterher bin ich etwas über den Markt der Praia Nova, das Fischerdorf und über einen schönen Pfad durch Reisfelder zurück in die Stadt gelaufen. Am Marktplatz habe ich noch ein paar Souvenirs gekauft und bin dann mit der Chappa zurück nach Hause. Dort waren Mama und Christa gerade fertig mit dem Beira Frühstück und wir saßen noch wenig zusammen am Tisch. Dabei haben wir festgestellt, dass Christa zwar am gleichen Tag wie ich, jedoch erst um 13:30 Uhr hier abfliegt und dabei keinen (unnötigen) Aufenthalt in Maputo hat. Also bin ich mit Medardus, der sowieso noch ein paar Besorgungen machen wollte, in die Stadt gefahren und habe in der Filiale der TAP den Flug so gebucht, dass ich zusammen mit Christa bis nach Johannesburg fliege. Dabei gewinne ich auch gleichzeitig einen halben Tag hier in Beira. Nachdem alle Besorgungen erledigt waren, bin ich am 'E porchè naô' ausgestiegen und schnell noch schwimmen gegangen. Von dort bin ich dann zu Fuß nach Hause gelaufen, wo ich auch schon für die Vorlesung an der Uni um 14:00 Uhr abgeholt wurde. Die Vorlesung verlief gut und wir konnten sogar eine Seite mit den Lebensläufen der Studenten ins Netz stellen. Gegen 18:00 Uhr wurde ich dann mit dem Fahrdienst von der Uni nach Hause gebracht und bin mit Medardus zum Leuchtturm gefahren, um dort bei Vollmond ein wenig durch die Brandung zu laufen. Am Ende der Strecke, auf der wir auch einige bekannte Angler von Medardus trafen, waren wir ein wenig im Meer schwimmen und sind dann zurückgerannt. Als wir wieder zu Hause waren, kamen Gabriele und Gerd aus Chimoio zu Besuch und wir haben zusammen zu Abend gegessen. Danach sind wir ins Shaka's gefahren, wo Medardus seinen Junggesellenabend feierte. Bei lauter Musik lud er alle seine anwesenden Freude ein. Nach einer kurzen Weile habe ich Mama und Christa nach Hause gefahren. Gegen 1:00 Uhr waren wir dann aber auch zu Hause und sind sofort ins Bett.

Samstag, 27. April 2002

Am Samstag morgen sind wir nach dem Frühstück in die Stadt gefahren und haben weitere Besorgungen gemacht. Dazu waren wir im Getränkeshop und im Shoprite, wo wir uns mit Spirituosen, Wein und Wasser eingedeckt haben. Dann sind wir nach Hause, haben zusätzlich die bereits am Freitag gekauften Getränke in Auto gepackt und sind mit Fanzo und einigen Pflanzentöpfen zum Tropicana gefahren. Fanzo blieb als Hilfe und Wächter bei den Getränken und wir sind noch einmal in die Stadt, diesmal um den Brautstrauss abzuholen. Wieder zu Hause haben wir etwas gegessen und uns für die Hochzeitsfeier zurechtgemacht. Dann sind wir alle zusammen zur Palacio dos Casamentos gefahren, wo wir auf die Braut gewartet haben.

Plötzlich kamen Jeeps mit singenden und tanzenden Leuten auf der Ladefläche um die Ecke gebogen und das Schlusslicht dieser Autoschlange war das Brautfahrzeug. Medardus Wenig später zog die singende Menge mit dem Brautpaar in den mit der mosambikanischen Flagge und dem Konterfei des Präsidenten Chissano geschmückten Festsaal ein. Dort wurde dann die standesamtliche Trauung vollzogen, bei der auch immer wieder gesungen wurde. Nach der Trauung fuhren alle Fahrzeuge mit viel Gehupe bis zum Oceana, wo wir eine kurze Fotopause gemacht haben. Danach ging es weiter durch die ganze Innenstadt am Bahnhof vorbei bis zur Kirche, die sehr festlich mit kleinen Palmzweigen geschmückt war. Der Traugottesdienst war unbeschreiblich schön. Lieder mit Trommeln, Keyboard und Gitarren und ein riesiger Chor begleitet von acht Tänzerinnen. Neben dem Altar saß das Brautpaar mit Mama, Christa, dem Bruder und der Mutter von Halima und mir. Der Priester hielt eine sehr schöne Predigt und versuchte sich sogar, mangels Kenntnis der deutschen Sprache, ein wenig mit Englisch.

Nach dem Gottesdienst stellte sich ein wenig Verwirrung ein, weil das Tropicana noch eine halbe Stunde Zeit zur Vorbereitung benötigte. Diese Zeit wurde dazu verwendet, über möglichst viele Umwege in einem hupenden Autocorso durch Beira zu fahren. Im Tropicana stellte sich sehr schnell Feststimmung ein. Musik und Getränke taten das Ihre. Gleichzeitig wurden die beiden Buffets und die Mesa da honra aufgebaut. Nach dem fürstlichen, in der Zwischenzeit jedoch auch schon Hochzeit abgekühlten Essen spielte die Musik und das Brautpaar eröffnete den Tanz. Ich bin zwischenzeitlich nach Hause gefahren um dort noch eine Schale mit einem vegetarischen Curry, eine Schale mit Obstsalat und einige Flaschen Spirituosen zu holen. Danach traten zwei Sängerinnen mit afrikanischer Musik auf und als einige Gäste mit Bongos zusätzlich den Takt schlugen, tobte die Menge. Gegen elf Uhr wurden einige Spielchen gespielt mit dem Resultat, dass Medardus einen kleinen Schlüssel aus dem Swimming Pool holen musste. Der Schlüssel passte zur Hochzeits Suite im Hotel Tivoli, wo von den Freunden ein Zimmer für das Brautpaar reserviert wurde. Nachdem alle von der Hochzeitstorte gegessen hatten, habe ich alle Geschenke ins Auto gepackt und nach Hause gebracht. Danach habe ich Mama und Christa nach Hause gefahren und bin dann noch einmal zum Tropicana, um das frischgebackene Ehepaar ins Hotel zu bringen. Das Zimmer war natürlich über und über mit Luftballons gefüllt.

Sonntag, 28. April 2002

Heute morgen, bin ich um 8:00 Uhr aufgestanden und habe den Gottesdienst in der benachbarten Kirche besucht. Auch hier wurde wieder sehr schöne Musik Macuti gespielt und gesungen. Nach der Messe bin ich bis zum Leuchtturm gewandert und von dort aus, bei Ebbe zurück durch die Brandung. Hier haben ich dann mit Mama und Christa gefrühstückt und da es kein Brot gab, haben wir uns über den Hochzeitskuchen hergemacht. Danach sind wir zum 'E porchè naô' gefahren und waren dort schwimmen. Gegen 12:15 Uhr bin ich dann zum Hotel Tivoli gefahren und habe Medardus und Halima abgeholt. Zusammen haben wir dann Mama und Christa am Strand abgeholt und uns zu Hause fertiggemacht. Dann sind wir, nachdem Gerd noch einmal kurz zu Besuch hier war, zum Elternhaus von Halima gefahren, wo Fussball bereits seit heute morgen um 5:00 Uhr ein Essen vorbereitet wurde. Dazu wurde eine Ziege geschlachtet, Schweine und Hühnchenfleisch gebraten und unzählige weitere Gerichte aufgetischt. Nach dem Essen wurde noch getanzt und erst am Abend fuhren wir nach Hause. Hier haben wir uns schnell die Schwimmsachen gepackt und sind zum Strand am Leuchtturm gefahren, wo gerade der Mond aus dem Meer aufstieg. Im Wasser schwamm eine unzählige Menge von Leuchtplankton.

Während am Abend Mama ihre Tasche für Ihre Rückreise packte und wir uns den Tatort angesehen haben, hatte Uli in Ascheberg die halbe Nachbarschaft zu unserer Petersilienhochzeit zu Besuch.

Montag, 30. April 2002

Heute morgen haben wir Mama nach dem Frühstück zum Flughafen gebracht. Dort wurden ihre Koffer bis in den letzten Winkel inspiziert. Nachdem sie eingecheckt Terrano hatte und in der Abflughalle verschwunden war, sind wir nach Savane gefahren. Dort haben wir uns auf der Anlage eine schöne Hütte gemietet und sind dann an Wellenreiten den Strand, wo wir den Rest des Tages mit faulenzen, Burgen bauen, Wellen reiten und schwimmen verbracht haben. Vor den Sonnenuntergang sind wir an den anderen Strand bei der Flussmündung gegangen und haben dort den Sonnenuntergang beobachtet. Als es Dunkel war, sind wir in das Restaurant gegangen und haben dort gegessen. Als dann um 21 Uhr das Licht auf der Anlage abgeschaltet wurde, sind wir noch einmal ans Meer um dort schwimmen zu gehen. Auch hier war wieder sehr viel Leuchtplankton im Wasser.

Dienstag, 31. April 2002

Halima Heute morgen haben wir im Restaurant gefrühstückt und sind danach wieder zum Strand. Nachdem wir wieder eine riesige Sandburg gebaut haben bin ich mit Medardus zur Flussmündung gelaufen, um dort bei Ebbe durch den Rio Savane zu schwimmen. Es war eine sehr starke Strömung. Auf der anderen Seite haben wir uns das kleine Fischerdorf angeschaut und sind dann wieder zurückgewandert. Am Nachmittag haben wir dann unsere Sachen gepackt und sind wieder zurück nach Beira gefahren. Am Abend waren wir dann direkt am Strand mit Blick auf das Meer im Biquesh essen.

Mittwoch, 01. Mai 2002

Nach dem Frühstück bin ich noch ein wenig im Viertel spazieren gewesen. Vor dem Mittagessen fuhr ich dann noch einmal mit Medardus zum Leuchtturm, um dort Christa schwimmen zu gehen und Drachen steigen zu lassen. Nach dem Mittagessen ging es dann zum Flughafen. Das Flugzeug flog pünktlich ab und wir hatten eine wunderbare Sicht auf kristallklares Meerwasser und traumhafte Sandstrände. Unsere erste Zwischenlandung war in Villanculos. Dort mussten wir alle das Flugzeug verlassen, eine halbe Stunde in der Sonne stehen um dann weiter nach Maputo zu fliegen. In Maputo hatten wir wieder eine Stunde Aufenthalt und damit auch ausreichend Zeit unser Gepäck entgegenzunehmen und für den internationalen Flug einzuchecken. Mit einer sehr schönen Maschine der TAP ging es dann weiter bis Jahnnisburg, wo sich dann unsere Wege trennten. Christa flog nach Zürich und ich zurück über Frankfurt nach Kiel.